E‑Rechnung als Digitalisierungstreiber – presse.live

Verband elektronische Rechnung

Verband elektronische Rechnung: E‑Rechnung als Digitalisierungstreiber

E-Rechnung als Digitalisierungstreiber: VeR sieht Infrastruktur für nächste Stufe bereit

Berlin, 22. September 2026. Zum 1. Januar 2027 erreicht die E-Rechnungspflicht in Deutschland ihre nächste wichtige Stufe. Welche Chancen sich daraus für die Digitalisierung von Unternehmen und Verwaltung ergeben, diskutierte der Verband elektronische Rechnung (VeR) mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Medien in Berlin. Rund 250 Interessierte verfolgten die Veranstaltung „E-Rechnung als Digitalisierungstreiber“ vor Ort und digital.

Einen politischen Impuls setzte Michael Schrodi, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen. Er skizzierte den weiteren Weg von der E-Rechnung zum geplanten digitalen Meldesystem. Dieses soll nach den aktuellen Planungen zum 1. Juli 2030 in Betrieb gehen. Einen freiwilligen Pilotbetrieb plant das BMF bereits für Anfang 2029. Zugleich hob Schrodi die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Wirtschaft und IT-Dienstleistern hervor und würdigte den VeR als wichtigen Ansprechpartner bei der Konzeption und Etablierung des Meldesystems.

Im Talk-Panel diskutierten Thomas Jarzombek, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Elisa Lutz, Geschäftsführerin von awicontaxTech, FAZ-Wirtschaftskorrespondentin Corinna Budras und Richard Luthardt, stellvertretender Vorsitzender des VeR. Moderiert wurde die Runde von VeR-Vorstand Thomas Philipp Reiter. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie die E-Rechnung über die Erfüllung regulatorischer Anforderungen hinaus zum Digitalisierungstreiber werden kann. Automatisierte Prozesse, weniger Medienbrüche und die Vorbereitung auf das künftige Meldesystem bieten Unternehmen die Chance, ihre Abläufe nachhaltig zu digitalisieren.

Für den VeR kommt es dabei darauf an, bestehende Strukturen und Erfahrungen konsequent zu nutzen. „Die Schienen sind gelegt. Es gibt eine Infrastruktur“, betonte Richard Luthardt. E-Rechnungsanbieter und Plattformbetreiber seien technisch in der Lage, die notwendigen Prozesse abzubilden.

Der Handlungsdruck steigt: Für Rechnungsaussteller mit einem Vorjahresumsatz von mehr als 800.000 Euro greift bei den erfassten inländischen B2B-Umsätzen ab dem 1. Januar 2027 grundsätzlich die Pflicht zur Ausstellung von E-Rechnungen. Unternehmen sollten die kommenden Monate deshalb nutzen, um auf strukturierte, automatisierte und zukunftsfähige Prozesse umzustellen – und die E-Rechnung zugleich als Grundlage für die nächste Stufe der Digitalisierung zu verstehen.


Hintergrund

Mit dem Jahreswechsel wird die Zahl elektronisch übermittelter Rechnungen in Deutschland deutlich steigen – und die E-Rechnung endgültig vom Thema einzelner Vorreiter zur praktischen Realität für weite Teile der deutschen Wirtschaft. Das eröffnet große Chancen für mehr Automatisierung, effizientere Abläufe und eine stärkere digitale Vernetzung zwischen Unternehmen, Dienstleistern und öffentlicher Verwaltung.

Gleichzeitig wirft die Umstellung wichtige praktische Fragen auf: Welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen müssen geschaffen werden? Welche Standards setzen sich durch? Und wie gelingt die Umsetzung gerade für kleine und mittlere Unternehmen rechtzeitig und praxistauglich?

Eine branchenübergreifende Befragung unter 143 Unternehmen im Juni 2026 zeigt: Die deutsche Wirtschaft erkennt das Potenzial der E‑Rechnung deutlich als Digitalisierungstreiber, sieht aber weiterhin erheblichen Informations- und Umsetzungsbedarf. Nur 3 Prozent der Befragten halten Deutschland für sehr gut vorbereitet, weitere 24 Prozent für eher gut vorbereitet. Demgegenüber bewerten 90 Teilnehmende den Stand als eher schlecht und 26 als unzureichend. Bei den Übertragungswegen besteht ein klares Bild: Unternehmen bevorzugen standardisierte Lösungen; Peppol wird mit Abstand am häufigsten als zukunftsfähiger Übertragungsweg genannt.

Verband elektronische Rechnung

Der Verband elektronische Rechnung (VeR) sieht sich als Vertreter von Dienstleistern im Bereich der elektronischen Rechnungs- und Dokumentenverarbeitung und diesen nahestehenden Unternehmen.

Ansprechpartner:
Björn Berensmann
Telefon: 089 95 45 754 50
Mail: presse@verband-e-rechnung.org

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